GÜ-KA-GE Geschichte
Am 09.November 1930, gegen 23:45 Uhr, fielen auf der Günigfelder Strasse in Wattenscheid ein paar Leute der Polizei auf. Diese Menschen waren fröhlich und sangen zusammen Lieder. Sie wurden hierfür durch den Polizeipräsidenten von Bochum aufgefordert eine Geldstrafe von 4 Reichsmark und 30 Reichspfennig zu bezahlen. Als Grund für diese Strafe benannte man dass durch übermässig lautes Singen, Skandalieren, Schreien und Lärmen ungebührlicherweise ruhestörender Lärm erregt wurde. Dies wurde dann der Stein des Anstossens und der Gedanke zur Clubgründung ist geboren worden.

1932 beschlossen dann einige Männer und Frauen der katholischen Laienspielschar Günnigfeld, neben ihren Auftritten auf der Bühne, sich im echten, volkstümlichen Karneval zu bestätigen. Das war die Geburtsstunde der GÜ-KA-GE. Anton Rausch senior als Vorsitzender und Fritz Blanke als Präsident übernahmen die Leitung. Finanzielle Probleme gab es genug, aber die verschworene Gemeinschaft des Elferrates hielt zusammen wie Pech und Schwefel. "Gut Freundschaft" war der Vereinsgruß, und so ist es auch noch heute.

Mit dem Beginn des "Tausendjährigen Reiches" begann der von den braunen Machthabern gesteuerte "Untergang" unserer Gesellschaft. 1939 gab es den letzten offiziellen Auftritt des Elferrates und 1943 gab es das endgültige "Aus". Aber der Zusammenhalt unserer Vereinsmitglieder war nicht zu brechen; heimlich unter größten Vorsichtmaßnahmen wurden auf einem Bauernhof in Günnigfeld Karnevalssitzungen abgehalten. Der "Darentsche Saal", das Domizil der GÜ-KA-GE, wurde bei einem Bombardement total zerstört, dabei verloren auch einige Vereinsmitglieder ihr Leben. 1946, nach dem Ende des schrecklichen Krieges, fanden sich die Getreuen unserer Gesellschaft zusammen um wieder Karneval zu feiern. Aber wir hatten ja jetzt eine Besatzungsmacht in Wattenscheid.

Hier muss nun Major C. Craddock, britischer Stadtkommandant, für seine unbürokratische Unterstützung gelobt werden. Er gab seine Einwilligung zu Sitzungen und Umzügen. Ohne ihn wäre der Karneval in Wattenscheid nicht wieder ins Rollen gekommen. Bis zu seinem Tode 1955, hatte die GÜ-KA-GE noch regelmäßig Kontakt zu diesem britischen Gentleman. Die GÜ-KA-GE hat es nach dem Kriege verstanden, den volkstümlichen Karneval von Günnigfeld aus nach Wattenscheid City zu transferieren. Im einzig noch bespielbaren Festsaal, der "Kronenburg, wurden die Sitzungen durchgeführt. Die Bürgerinnen und Bürger Wattenscheids waren so begeistert, dass wir 1946 an 14 Tagen hintereinander unser Programm aufführten. Ab 1948 stellte die GÜ-KA-GE jedes Jahr ein Prinzenpaar und veranstaltete in Günnigfeld regelmäßig einen Umzug. 1950 wurde dann erstmals die City von Wattenscheid mit in den Umzug einbezogen, ein toller Erfolg. Bis heute hat die GÜ-KA-GE die meisten Prinzenpaare aus ihren eigenen Reihen gestellt.

Nicht vergessen wollen wir aber an dieser Stelle die "Späten Mädchen". Sie haben immer ihren "Mann" gestanden, und dies stets mit großem Erfolg. Dieses gilt sowohl für die "Alten Späten Mädchen" sowie ab 1990 für ihre Nachfolgerinnen (Späte Mädchen); diese konnten im Jahre 2001 ihr erstes Jubiläum feiern "1 x 11" und das ebenfalls mit sehr großem Erfolg.

Nachdem 1960 die "Kronenburg" baufällig und vom TÜV als nicht mehr bespielbar erklärt wurde, musste die GÜ-KA-GE als Ausweichquartier in den Saal der Gaststätte Heinz Streier in Westenfeld umziehen. Der Rat der Stadt Wattenscheid beschloss mit Unterstützung der Landesregierung NRW an der Saarlandstraße ein neues Gymnasium zu errichten. Die Aula dieses Gymnasiums wurde zur Stadthalle Wattenscheid umfunktioniert. 1963 konnte die GÜ-KA-GE dort erstmals eine Sitzung abhalten; dieses war zugleich die Nachfeier unseres 30 jährigen Bestehens, das schon 1962 gewesen war. Ein tolles Programm wurde geboten, dessen Höhepunkt der Auftritt der "Mainzer Hofsänger" war. Diese waren so begeistert von ihrer Aufnahme in Wattenscheid, dass sie auch 1964 und 1965 bei uns auftraten.

Fritz Blanke (Ömmes) musste mit Beginn der Session 1968 aus Krankheitsgründen sein Präsidentenamt niederlegen. Zeitgleich verließen Anton Rausch senior und Heinrich Aschoff, beide Vorstandsmitglieder, aus beruflichen Gründen unseren Verein. Aber auch dieser Schlag konnte die GÜ-KA-GE nicht erschüttern. Heinemann Pauli übernahm mit voller Unterstützung durch den Elferrat das Amt des Präsidenten und des 1. Vorsitzenden. Mit finanzieller Unterstützung durch einige Wattenscheider Geschäftsleute, gelang es, die gesamte Session zu einem vollen Erfolg werden zu lassen.

Zwei Jahre später übernahm Hans-Werner Anders das Amt des 1. Vorsitzenden. Mit ihm und Heinemann Pauli an der Spitze wurde in der GÜ-KA-GE weiter gearbeitet. Der Zusammenhalt war größer denn je, und unser Gruß "Gut Freundschaft" bewährte sich wieder einmal. 1998 übergab Hans-Werner Anders den Vorsitz an Wolfgang Schick. Die Mitgliederversammlung dankte ihm für seine hervorragende Arbeit und ernannte ihn einstimmig zum Ehrenvorsitzenden. Seit 1999 fungiert Wolfgang Schick auch als Sitzungspräsident unserer Gesellschaft.

Nachdem die Tochter (Kathrin) von Wolfgang Schick als Stadtprinzessin in der Session 2010/11 die karnevalistischen Geschicke der Stadt Wattenscheid übernommen hat, wurde das Amt des 1. Vorsitzenden am 23.04.2010 an Hans Henneke weitergereicht. Hans Henneke begleitete jahrelang die Wattenscheider Stadtprinzenpaare mit der Prinzengarde und hat selbst als Stadtprinz 2008/09 das Wattenscheider Narrenvolk regiert.

Da die GÜ-KA-GE schon sehr viele Stadtprinzenpaare gestellt hat, hat sie sich auch um deren Begleitung sehr bemüht. Wobei die Prinzengarde gegründet wurde, welche die Stadtprinzenpaare seit jeher auf Schritt und Tritt begleitet. Die Prinzengarde wurde in ihrem Gründerjahr 1987 angeführt durch Helmut Sellenmerten (Prinz 1982/83) mit dem Stellvertreter Uwe Grembowski. von 1991 bis zum heutigen Tage ist Uwe Grembowski der Kommandant der Prinzengarde und hatte als Stellvertreter von 1991 bis 2005 Thomas Wentingmann und ab 2005, bis zum heutigen Tage, Frank Salewski an seiner Seite.

Die GÜ-KA-GE bietet in der heutigen Zeit sehr viel, denn komplett erscheint sie mit dem Elferrat, der Prinzengarde, den "Späten Mädchen", der Tanzgarde, den Funkenmariechen, sowie dem Spielmannzug. Ein immer wieder sehr schönes Bild, welches auch mittlerweile die Stadtgrenzen von Wattenscheid in viele Richtungen überschritten hat. Unsere Funkenmariechen begleiten die Prinzengarde und das Wattenscheider Stadtprinzenpaar seit jeher.

Michelle und Carina
1932 – Das Gründungsjahr der GÜ-KA-GE
Was waren das für Zeiten in denen die GÜ-KA-GE gegründet wurde. Was taten und dachten die Menschen in diesen Zeiten.
Hier ein kleiner Einblick in das Gründungsjahr 1932.
Schlagzeilen 1932:
- Mit einem Festakt wird die Autobahn Köln-Bonn eröffnet. Es ist in Deutschland die erste kreuzungsfreie Strasse, nur für den Kraftfahrzeugverkehr.
- Paul von Hindenburg wird im zweiten Wahlgang mit 53 Prozent der Stimmen wieder zum Reichspräsidenten gewählt.
- In Venedig werden die ersten Filmfestspiele eröffnet.
- Der Weltklasseschwimmer Johnny Weissmüller spielt die Hauptrolle in dem Film „Tarzen, der Affenmensch“.
- In Los Angeles, USA, werden die zehnten Olympischen Sommerspiele ausgetragen.
Geboren 1932:
- 22. Februar - Edward Kennedy (US-amerikanischer Politiker)
- 27 Februar - Liz Taylor (Schauspielerin)
- 10 April - Omar Sharif (Schauspieler)
- 10 Juni - Ferry Radax (österreichischer Filmemacher)
- 22 Juni - Soraya von Persien (Persische Kaiserin)
- 29 November - Jaques Chirac (Französischer Politiker)